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WordPress vs. Headless CMS: Warum ich mich von WordPress verabschiede

Sechs Monate Arbeit mit Directus und Next.js haben mich überzeugt. Wo WordPress in größeren Projekten an Grenzen kommt, was ein Headless CMS daran ändert und wann sich der Wechsel nicht lohnt.

4 min Lesezeit
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Ende 2025 habe ich mein letztes Projekt mit WordPress abgeschlossen. Nach vielen Jahren und unzähligen Websites setze ich künftig auf ein Headless CMS, konkret auf Directus, mit einem Frontend in Next.js.

Der Entschluss ist über etwa sechs Monate gewachsen, in denen ich mit aktuellen Web-Technologien und KI-gestützten Entwicklungsprozessen gearbeitet habe. Dahinter steht eine Frage: Welche Architektur trägt ein Projekt technisch, wirtschaftlich und für die Leute, die später die Inhalte pflegen?

Mein Weg von PHP zu Headless CMS

Ich habe mit klassischer PHP-Entwicklung angefangen, bin über WordPress zu vielen Kundenprojekten gekommen und habe dort gelernt, was eine gute Website ausmacht: klare Struktur, verständliche Texte, saubere Umsetzung. Für diese Aufgabe war WordPress lange das richtige Werkzeug.

Mit der Zeit wollte ich mehr technische Freiheit. Performance, die nicht davon abhängt, welches Theme installiert ist. Ein Frontend, das sich am Anwendungsfall ausrichtet statt an den Grenzen eines Page Builders. Und Inhalte, die sich außer auf der Website auch in Apps, Portalen oder KI-Workflows weiterverwenden lassen.

Genau da setzt ein Headless CMS an: Die Inhalte liegen in einer API, das Frontend ist davon getrennt. Das ist die konsequente Form dessen, was unter „Trennung von Inhalt und Darstellung“ ohnehin seit Jahren gefordert wird.

Wo WordPress an seine Grenzen kommt

WordPress hat seinen Erfolg verdient. Für Blogs, einfache Unternehmensseiten und schnelle MVPs ist es weiterhin eine gute Wahl. In größeren Projekten bin ich aber immer wieder auf dieselben fünf Punkte gestoßen:

  • Jedes Plugin, jedes Theme-Skript und jede überflüssige Datenbankabfrage kostet Ladezeit, und das schlägt auf Rankings und Conversions durch.
  • Funktionen hängen an Drittanbietern. Ein Update bricht das Layout, eine Sicherheitslücke kommt über eine Erweiterung ins System.
  • Kern, Theme und Plugins wollen laufend gepflegt werden, oft ohne dass das Projekt davon etwas hat.
  • Individuelle UX, ein eigenes Design System und moderne React-Patterns stoßen an strukturelle Grenzen.
  • Die Inhalte sind so eng an WordPress gekoppelt, dass sie sich nur mit Aufwand in eine RAG-Pipeline oder ein anderes Portal überführen lassen.

Diese Punkte stammen aus der Praxis, vor allem aus B2B-Projekten, die länger leben sollen als ein Relaunch-Zyklus.

Was auf YouTube als KI-Website verkauft wird

Mich ärgert, wie auf YouTube der Eindruck erweckt wird, mit KI ließen sich im Handumdrehen moderne WordPress-Seiten bauen. In den Videos, die ich mir angesehen habe, wird meist eine fertig generierte Seite zerlegt und in einen Page Builder gezwängt. Darunter steht dann eine lange Liste an Affiliate-Links zu genau diesen Buildern und Tools.

Was dabei herauskommt, ist ein Stapel von Abhängigkeiten, der Geld kostet und gepflegt werden will.

KI lässt sich nicht als Plugin draufschrauben. Wer ein Projekt plant, sollte deshalb fragen, ob eine empfohlene Erweiterung dem eigenen Ziel dient oder der Provision desjenigen, der sie empfiehlt.

Womit ich jetzt arbeite

Directus liefert als Headless CMS die strukturierten Inhalte, die Rollen und die API. Es läuft auf meiner eigenen Infrastruktur, was die Fragen rund um die DSGVO deutlich vereinfacht. Next.js baut daraus das Frontend, komponentenbasiert und passend zu einem dokumentierten Design System. Gebaut wird nur, was das Projekt tatsächlich braucht.

Diese Website läuft genau so. Die Inhalte pflege ich in Directus, das Frontend ist Next.js. Wo KI im Spiel ist, hängt sie an Daten, die ich kontrolliere, und nicht an einem Plugin, in das ich nicht hineinsehen kann.

WordPress war ein wichtiger Teil meiner Laufbahn und bleibt für viele Projekte die richtige Wahl. Für meine kommenden ist es das nicht mehr.

Wenn Sie eine Website oder ein Portal planen, das schnell, wartbar und erweiterbar sein soll, ohne dass jedes neue Feature ein weiteres Plugin bedeutet, lohnt der Blick auf ein Headless CMS. Im Erstgespräch sage ich Ihnen, ob sich das in Ihrem Fall rechnet oder ob ein schlankeres Setup reicht.

Die eigentliche Frage ist nicht, ob WordPress schlecht ist, sondern welche Architektur Ihr Ziel in drei Jahren noch trägt, ohne dass Sie monatlich Plugins nachziehen.

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